Liebe Freundinnen und Freunde des Naafbachtales,

geht es Ihnen auch so? Kaum hat das Jahr begonnen, ist es schon wieder Sommer geworden. Der Sommer, der dieses Jahr außergewöhnlich war! Außergewöhnlich trocken und heiß, außergewöhnlich lang und der gefühlt bis in den Oktober reichte. Eigentlich ja schön aber auch bedrohlich?

In der Presse machen sich Meldungen breit, die den Bau zusätzlicher Talsperren zur Trinkwasserversorgung in Aussicht stellen. Der BUND hat resistente Keime im Wasser von Sieg und Agger nachgewiesen. Unser Grundwasser ist von zunehmend schlechter Qualität, wobei das Gülleproblem sicher ein relevanter, aber nicht der einzige negative Einflussfaktor ist. Das ruft uns wieder in Erinnerung, dass das Trinkwasser eine endliche und sehr kostbare Ressource ist.

Was bedeutet das für uns als Verein, der sich vor über 45 Jahren zur Verhinderung des Baus der Naafbachtalsperre gegründet hat? Für uns ist all dies ein deutliches Signal, dass wir, obwohl wir uns zurzeit in Sicherheit wiegen, weiter aufmerksam sein müssen ob der Entwicklung des Trinkwasservorkommens  und –verbrauchs in unserer Region. Lassen Sie uns auf einen regenreichen Winter und ein meteorologisch „normales“ neues Jahr hoffen!

Unser Projekt zur Sanierung des Fachwerkhofes „Fischerhof“ ist gut vorangegangen. Auf der Baustelle hat sich sehr viel getan. Herzlich gedankt sei an dieser Stelle allen Helferinnen und Helfer, die viele Samstage im Einsatz waren! Im nächsten Jahr geht es tatkräftig weiter, also bleiben Sie uns treu und unterstützen Sie weiterhin dieses außergewöhnliche Projekt!

Noch mehr Informationen gefällig? Auf unserer Homepage finden Sie das Bautagebuch, das den Fortschritt anhand von vielen Fotos dokumentiert.

Zu den alljährlichen umfangreichen Waldarbeiten im Tal erreichten uns Nachfragen und bestürzte Kommentare. Insbesondere zur großräumigen Abholzung der Bäume rechts der Straße von der Ingersaueler Mühle in Richtung Meisenbach. Auch haben die schweren Stürme zu Jahresanfang dazu beigetragen, dass viele Bäume abgebrochen oder entwurzelt wurden. Insgesamt wurde der Lebensraum Wald geschwächt. Im Juni haben wir uns mit Vertretern des Aggerverbandes im Tal getroffen, um über den aktuellen Zustand des Waldes nach den Rodungsarbeiten zu sprechen sowie  etwas über die weitere Planung der Fällungen zu erfahren. Wir hatten im Vorfeld über mehrere Jahre die entstandenen Schäden und Entwicklungen dokumentiert.

Wir konnten erfahren, dass die Fällarbeiten fortgeführt werden. Das Holzbachtal ist nun „dran“. Die Rodungen an der Straße nach Meisenbach sind zum Zweck der Verkehrssicherung durchgeführt worden. Warum die Bäume, in erster Linie Rotbuchen, in einer Breite von ca. 50 m weichen mussten, haben wir nicht nachvollziehen können. Die gute Nachricht war, dass das Gebiet mit Sträuchern wieder aufgeforstet werden soll. Die Beschädigungen von Bäumen z.B. durch unachtsamen Einsatz der Seilkräne, die tiefen Furchen im Waldboden durch schweres Gerät, das Einbringen von Schotter im Wald oder die Rückstände von Öl waren auch Themen. Der Aggerverband hat zugesichert, die beauftragten Firmen anzuweisen, sorgfältig und sachgemäß zu arbeiten.

Ein Vorfall hat uns sehr wütend gemacht! Es handelte sich um eine Einleitung von großen Mengen an Gülle, in zwei Siefenbäche, die in die Naaf entwässern. Eine aufmerksame Wanderin hat dies bemerkt und an uns weitergeleitet. Die Untere Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises hat daraufhin Wasserproben genommen. Zum Glück konnten keine Rückstände mehr nachgewiesen werden. Auch ist es wohl zu keinen schwereren Schäden an Flora und Fauna gekommen. Trotzdem handelt es sich dabei keinesfalls um einen Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat, der nachgegangen werden muss.

Im August waren wir, wie bereits im Vorjahr, mit einem Stand auf dem Flohmarkt der Wahlscheider Kirmes vertreten. Wir konnten einiges an Spenden sammeln, viele spannende Gespräche führen und neue Mitglieder werben.

Am Samstag, den 01. Dezember werden wir die Besucher des wunderschönen „Chresmaat“ in Seelscheid über unseren Verein und unsere Aktivitäten informieren. Wir haben noch Insektenhotels und Nistkästen übrig, auch hat Birgit Theisen wieder die Produktion der Naafbachtaler Wandersocke angeworfen. Schauen Sie vorbei! Wenn Sie die ein oder andere Stunde Zeit haben, freut sich das Team über Ihre Unterstützung am Stand, oder beim Auf-/Abbau. Bitte kurz Bescheid geben.

Im neuen Jahr werden wir wieder Aktivitäten zum Mitmachen anbieten! Unter anderem sind wir im Gespräch mit Herrn Stefan Markel von der „Sensenschule“, um einen Sensenkurs anbieten zu können. Außerdem werden wir im Frühjahr erstmals einen Workshop zum Bau von Insektenhotels durchführen. Die Übersicht über alle Veranstaltungen finden Sie demnächst auf unserer Homepage www.naafbachtal.org oder in unseren Info-Kästen in Ingersauel und Kreuznaaf. In Zusammenarbeit mit dem BUND steht auch wieder Landschaftspflege auf dem Programm!

Wie jedes Jahr unterstützen wir auch die Amphibienfreunde Lohmar unter der Leitung von Cecilia Obermierbach. Helfende Hände werden gerne beim Aufbau des Amphibienschutzzauns im Bereich Schloss Auel genommen! Auch braucht es viele Naturfreunde, die an ein bis zwei Tagen pro Woche die Fangeimer prüfen, die Tiere registrieren und in das Gewässer bringen. Bitte wenden Sie sich an Frau Obermierbach unter klobermierbach@t-online.de.

Eine schöne Adventszeit und besinnliche Feiertage mit Familie und Freunden wünscht Ihnen

für das Vorstandsteam der Bürgerinitiative zum Erhalt des Naafbachtales e.V.

Silke Hummel