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Talsperre im Naafbachtal

Chronologie

Erste Überlegungen für eine Talsperre im Naafbachtal wurden bereits in der Zeit des dritten Reiches getätigt. In den 50er-Jahren tauchten dann solche Planungen wieder auf und wurden in den Folgejahren immer konkreter.

Die Wasserversorgung der Stadt Köln, des Aggerverbandgebietes und des Wahnbachtalsperrenverbandes sollte durch eine weitere Großtalsperre im Bergischen sichergestellt werden. Eine Prognose sagte einen Trinkwasserbedarf von über 200 l pro Kopf und Tag vorher.
Die Entwicklung hat sich völlig anders ergeben. So wurden in 2013 im Stadtgebiet Lohmar im Durchschnitt täglich 109,5 l Trinkwasser pro Kopf verbraucht.
Jedoch gibt es bis heute Verträge zwischen dem Aggerverband und dem Wahnbachtalsperrenverband sowie der heutigen Rhein-Energie, die Optionen auf Wasser aus der Naafbachtalsperre zusichern.

Der Kampf um das Tal spitzte sich in den 70er, 80er und 90er Jahren immer mehr zu. Das Land NRW hatte zwischen 1971 und 1983 rund 15 Mio. DM bereit stellte, mit denen jeweils zur Hälfte die Kosten für Grundstücke und Gebäude aufgebracht wurden. In der Zeit war es ein harter Kampf um den Schutz des Tales vor der Flutung.
Eigentümer von Häusern, Höfen und Grundstücken verkaufen unter Druck ihre Immobilien und Flächen. Darunter auch viele alte Meisterwerke des typisch bergischen Fachwerkbaus, die obwohl zum Teil unter Denkmalschutz gestellt, kurzfristig abgerissen wurden. Andere Häuser wurden verlassen und damit dem Verfall ausgesetzt. Manche Häuser konnten aufgrund von aktiven Bürgerprotesten vor dem Bagger gerettet werden, so auch der sogenannte „Fischerhof“ in Heide, Aiselsfeld.
Der sich selbst als „oberster Teetrinker des Rheinlandes“ bezeichnende Kölner Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes war zudem ein starker Befürworter der Naafbachtalsperre. Ihm war das aus Rheinuferfiltrat gewonnene Kölner Wasser für seinen Tee zu hart.

Die an das Naafbachtal angrenzenden Kommunen Lohmar, Overath, Neunkirchen-Seelbscheid und Much organisierten sich 1973 im Kampf gegen die Talsperre in der „Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Naafbachtalsperre“, die heute noch regelmäßig zusammen kommt.

Aktueller Stand (August 2015)

Und heute? Noch immer ist die Talsperre im Landesentwicklungsplan NRW vorgesehen.
2005 war es vorübergehend gelungen, die Talsperre aus dem Regionalplan zu streichen, bis das Landesministerium unter Minister Uhlenberg sein Veto einlegte und der heutige Kölner OB Roters, damals Nachfolger von Antwerpes als Regierungspräsident, mit der Begründung überraschte, dass wegen des Klimawandels und hoher Abflussschwankungen am Rhein an dem Standort Naafbachtal als Reserve für die Wasserwirtschaft festgehalten werden müsse.

Auch könnten finanzielle Interessen hinzugezogen werden, denn Förderbedingungen und Verträge zwischen Land und Aggerverband halten folgendes fest:

„Wird die Maßnahme aus Gründen, die am Aggerverband oder einem seiner Mitglieder liegen, nicht durchgeführt, so ist die gewährte Zuwendung für den vorzeitigen Grunderwerb einschließlich Zinsen in jedem Fall in voller Höhe vom Aggerverband zurück zu zahlen. Sofern die Grundstücke zwischenzeitlich eine Wertsteigerung erfahren haben, ist das Land entsprechend seines Finanzierungsanteils zu beteiligen.“

Das würde zu einem erheblichen Besiedelungsdruck führen, da die erworbenen Grundstücke und Immobilien veräußert werden müssten, um die fälligen Rückzahlungen leisten zu können.
Wir werden auf dieser Seite über weitere aktuelle Entwicklungen informieren.

Karte Wasserschutzgebiet Naafbachtalsperre / Wahnbachtalsperre

Die Bilder der Wasserschutzgebiete (WSG) zeigen die Größenverhältnisse der bekannten Wahnbachtalsperre und der geplanten Naafbachtalsperre. Für die Bereitstellung der Grafiken und weiterer Informationen  sagen wir Danke an die Bezirksregierung Köln und verweisen auf nachfolgende Seiten.